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Hauptgruppe Motor
Verdichtung:
Grundsätzlich bewirkt ein erhöhtes Verdichtungsverhältnis im
Serienmotor einen höheren Verbrennungsenddruck und damit
eine höhere Kolbenkraft – also ein höheres Drehmoment.
Allerdings sind dem Verdichtungsverhältnis Grenzen gesetzt.
Eine zu hohe Verdichtung kann zu klopfender Verbrennung
führen, die Höchstdrehzahl des Motors absenken und damit
Leistungsverlust verursachen. Der Motor "bremst" sich selbst
aufgrund der hohen Verdichtung. Eine sorgfältige Abstimmung
und Tests mit dem Motor um einen Kompromiß zwischen
maximalem Drehmoment und höchster Leistung zu finden, sind
also unbedingt notwendig. In der Praxis wird die Verdichtung
meist einfach über unterschiedliche Stärken von
Zylinderfußdichtungen verändert, aufwendiger sind abgedrehte
Zylinderböden. Hier ist aber zu beachten, dass dabei
gleichzeitig die Steuerzeiten geändert werden. Dies kann
auch zum Nachteil führen, ideal ist daher der Einbau von
Kolben mit geänderter Kompressionshöhe.
Vergaser:
Aufgabe des Vergasers ist die Zerstäubung von Kraftstoff mit
Luft und damit die Herstellung eines zündfähigen
Gasgemisches. Da es im RC Car Sport unterschiedlichste
Vergasertypen und somit Einstellungen gibt, soll hier nur
allgemeines aufgeführt werden. Grundsätzlich sollte die
Vergasereinstellung eine agile Gasannahme im Teillastbereich
(Übergang Leerlauf-Vollast) sowie eine optimale
Höchstdrehzahl bewirken. Hier gilt es einen Kompromiß bei
der Einstellung zu finden, da insbesondere beim
Zweitaktmotor die Füllung des Zylinders stark drehzahl- bzw.
resonanzabhängig ist.
In der Praxis konzentriert man sich auf ein sauberes
"hochdrehen" des Motors und ein "freidrehen" unter Vollast.
Beginnt der Motor unter Vollast zu "viertakten" (stottern)
oder gar blau zu rauchen ist die Einstellung zu fett. Geht
der Motor unter Vollast aus und entwickelt eine verzögerte
Gasanahme im Teillast ("Loch") ist die Einstellung zu mager.
Grundsätzlich sollten die Motoren leicht fett eingestellt
werden um eine gute Gasannahme zu bewirken und ausreichend
Schmierung unter Vollast zu gewährleisten. Eine magere
Einstellung bewirkt zwar zunächst höhere Endrehzahlen,
bedeutet aber auch extreme Temperaturentwicklungen im
Brennraum dem ein Motorschaden folgen kann.
Kraftstoff und Ölanteil:
Im Verbrenner RC Car Sport kommen unterschiedliche
Kraftstoffe zum Einsatz. Die Glühzündermotoren benutzen
Nitromethan Kraftstoffe, die extrem leistungssteigernd
(Sauerstoff und Methanol enthalten) aber auch teuer sind.
Die Ottomotoren im Großmodellsport benutzen handelsübliche
Tankstellenkraftstoffe, natürlich mit entsprechendem
Ölanteil zur Schmierung. Grundsätzlich sollten Kraftstoffe
mit hoher Klopffestigkeit (>98 Oktan) verwendet werden um
Selbstzündungen bei getunten Motoren vorzubeugen. In der
Praxis hat sich im Wettbewerb der Einsatz von
Rennkraftstoffen (108 Oktan, Shell Racing Service) bewährt,
weil hier ein qualitativ hochwertiger Kraftstoff eine
schnelle, vollständigere Verbrennung sichert und der Motor
länger seine Leistung behält. Von den gängigen "Oktan-Boostern"
ist bei Verwendung von Rennkraftstoffen abzuraten, sie sind
sie im Wettbewerb verboten. Über Sinn oder Unsinn erlaube
ich mir kein Urteil. Rein technisch betrachtet kommt es bei
extrem hochoktanigen Kraftstoffen zu
Kaltstartschwierigkeiten und im Betrieb zu hohen
Motortemperaturen die zu unkontrollierten Frühzündungen und
vorzeitigen Verschleiß des Motors führen.
Der Ölanteil im Kraftstoff ist je nach
Motor-Herstellervorgabe zu beachten. Grundsätzlich gilt aber
das Ölanteile im Kraftstoff die Verbrennung negativ
beeinflussen. Ein Kraftstoff mit dem Mischungsverhältnis von
1:20 verbrennt schlechter als ein Verhältnis von 1:40 und
verursacht außerdem Ablagerungen auf dem Kolbenboden und in
den Kanälen. Dafür ist bei einem höheren Ölanteil die
Schmierung besser und der Verschleiß des Motors geringer. In
der Praxis gilt es für den entsprechenden Motor das optimale
Mischungsverhältnis durch Tests und Herstellerangabe
herauszufinden. Eine generelle Faustregel dafür gibt es
nicht, im Zweifelsfall kann man aber mit einem Verhältnis
von 1:33 nichts falsch machen.
Kühlung:
Von vielen RC Car Fahrern am wenigsten beachtet und dabei
der entscheidene Punkt für eine gleichbleibende optimale
Motorleistung. In der Praxis kommen nur Fahrtluft- bzw.
Zwangsluftkühlung der Motoren zum Einsatz. Grundsätzlich
gilt, dass ein Verbrennungsmotor nur bei Betriebstemperatur
seine höchste Leistung abgeben kann. Ist der Motor zu kalt
oder zu heiß, wird er die Leistung nicht bringen. Bei
längerem Betrieb und insbesondere im Wettkampf werden die
Motoren im RC Car Sport hohen Temperaturen ausgesetzt. Dies
bewirkt eine geringere Zylinderfüllung und damit
einsetzenden Leistungsverlust. Dieser Prozeß ist bei
Luftkühlung kaum verhinderbar, zumal sich die Motoren unter
der Karosserie zusätzlich aufheizen. Abhilfe kann hier nur
durch stets saubere und großflächige bzw. stark verrippte
Kühlkörper auf den Motoren geschaffen werden. Bei
Großmodellen werden zusätzlich Scheiben der Karosserie
ausgeschnitten. Auf keinen Fall sollten die Unterböden der
Modelle verkleidet werden, weil über die Unterseite die
meiste Kühlluft vom Gebläse angesaugt wird. Zudem sollten
nur sehr gut wärmeleitfähige Materialien (Aluminium, etc.)
für Chassis und Motorträgerteile benutzt werden. Materialien
wie Kohlefaser und andere Verbundstoffe bringen zwar
Gewichtsvorteile, sie können aber keine Wärme ableiten.
Zusammenhang Drehzahl / Reibung:
Jeder wettbewerbsorientierte RC Car Fahrer ist ständig auf
der Suche nach Möglichkeiten zur Leistungssteigerung des
Modells. Grob betrachtet kann man die Leistung nur steigern,
indem man die Motordrehzahl erhöht oder die Reibung im Motor
und in den Antriebsteilen verringert. Maßnahmen um die
Motordrehzahl zu erhöhen (Steuerzeitenänderung,
Kanalaufweitung, Resonanzauspuff etc.) erfordern oft
aufwendige und vor allem teure Umbauten. Wesentlich billiger
aber kaum beachtet sind Maßnahmen zur Reibungsverminderung.
Serienmotoren werden als Massenware hergestellt und haben
trotz gleicher Bauart unterschiedliche Leistungswerte. Eine
sorgfältige Nachbearbeitung (entgraten) von Kanälen und
Übergangen, vor allem das Auswinkeln bzw. Auswuchten der
Kurbelwelle können den Serienmotor schon leistungsfähiger
machen. Der Einsatz vom qualitativ hochwertigen Motoröl zur
Schmierung (Vollsynthetisch) ist beinahe eine
Selbstverständlichkeit um günstigere Reibung zu erzielen.
Zudem sollten alle rotierenden Antriebsteile kugelgelagert
und spannungsfrei mit entsprechenden Spiel eingebaut sein.
Werden dann noch vom Motor angetriebene Teile (Kupplung,
Gebläse, Zündmagnet) im Gewicht reduziert, kann auch ein
Serienmotor plötzlich höher drehen und mehr Leistung
abgeben. Allgemein kann man sagen das zu hohe und
vermeidbare Reibung die größte Leistungsbremse im RC Car
ist.
Hauptgruppe Kraftübertragung
Kupplung:
Hauptaufgabe der Kupplung ist den Kraftschluß zwischen Motor
und Antrieb herzustellen. Drehzahlabhängig über
Fliehgewichte wird ein- bzw. ausgekuppelt. Idealerweise
sollte es für jeden Motor entsprechend seiner Drehmoment und
Leistungscharakteristik eine Kupplung geben. In der Praxis
kann man dies durch einstellbare Kupplungen erreichen.
Entsprechend den Anforderungen werden die Federn der
Fliehgewichte vorgespannt bzw. entspannt. Grundsätzlich
sollte bei einem günstigen Drehmoment des Motors
eingekuppelt werden um genügend Durchzugskraft zum Erreichen
der Höchstdrehzahl zu haben. Wird zu früh eingekuppelt
"sackt" der Motor ab und muß sich aus niedrigen Drehzahlen
hochquälen. Wird zu spät eingekuppelt, so können Fahrwerk
und Reifen die plötzlich einsetzenden Antriebskräfte nicht
schnell genug übertragen und das RC Car verliert an
Traktion. Im allgemeinen haben Zweitakt- und insbesondere
dort die Tuningmotoren das maximale Drehmoment und höchste
Leistung erst bei hohen Drehzahlen. In der Praxis werden
daher die Kupplungen oft spät eingestellt, auch um ein
frühes Auskuppeln beim Bremsen zu erreichen. Ein
wesentlicher Punkt ist das Gewicht der Kupplung. Um den
Motor höher drehen zu lassen und den Drehzahlabfall beim
Kuppeln gering zu halten, sollte die Kupplung möglichst
leicht sein. Dies läßt sich aber oft nur mit kleinen und
wenigen Kupplungsbelägen erreichen, die dann die volle
Motorleistung übertragen sollen. Ein hoher und vorzeitiger
Verschleiß ist unvermeidbar die Folge. In der Praxis sollte
daher auf hochwertige standfeste Materialien des Belages und
einfache Wartung geachtet werden.
Antriebsarten 2WD oder 4WD:
Im RC Car Rennsport kommen alle gängigen Antriebskonzepte
zum Einsatz. Front- und Heckantrieb bilden die Gruppe 2WD
während Allradantrieb für 4WD steht. Rein physikalisch
betrachtet ist der Allradantrieb das ideale Konzept für eine
gleichmäßige Kraftübertragung auf alle Räder und ein
stabiles Fahrverhalten. Allerdings bedeutet dies Nachteile
beim Gewicht des RC Cars weil zusätzliche Bauteile
(Antriebswellen, Differentiale) eingesetzt werden müssen.
Die 2WD Fahrzeuge sind daher unkomplizierter und leichter,
die Antriebskräfte werden aber nur auf eine Achse
übertragen. Daher sind diese RC Cars instabiler im
Fahrverhalten und stellen an Pilot und Fahrwerk höhere
Anforderungen. Grundsätzlich sollte der 2WD erfahrene
Modellsportler mit einem 4WD RC Car leicht umgehen können,
andersherum ist es schon schwieriger. Mittlerweile hat sich
der Trend im RC Car Rennsport auch zu 4WD entwickelt, weil
die enormen Motorleistungen in den Profi Klassen (VG 8)
sonst kaum noch übertragen werden könnten. Für einen RC Car
Anfänger ist der 4WD Antrieb zu empfehlen.
Gewichtsverteilung und Traktion:
Grundsätzlich sollte ein RC Car einen niedrigen Schwerpunkt
und eine möglichst mittig ausgerichtete bzw. gleichmäßige
Gewichtsverteilung haben, um Kippneigungen und instabilem
Fahrverhalten entgegenzuwirken. 4WD Fahrzeuge haben
bauartbedingt ein neutrales Fahrverhalten, hier kann nach
Wunsch des Piloten durch die Gewichtsanordnung ein
Übersteuern (mehr Gewicht auf der Hinsterachse) oder
Untersteuern (mehr Gewicht auf der Vorderachse) erreicht
werden. Dabei gilt aber zu beachten, dass nicht eine Achse
an Traktion verliert und den Vorteil des 4WD verliert. 2WD
Fahrzeuge MÜSSEN das meiste Gewicht auf der Antriebsachse
haben. In der Praxis findet man meist heckangetriebene
Modelle, die ohne Gewicht auf der Hinterachse bei der
Übertragung der Motorleistung auf die Antriebsräder
hoffnungslos überfordert wären. Hier gilt es einen Kompromiß
zu finden damit das Fahrzeug nicht zu sehr hecklastig wird,
was ein permanentes Untersteuern am Kurveneingang und
Übersteuern am Kurvenausgang zur Folge hätte. In der Praxis
bekämpft man dieses instabile Fahrverhalten meist mit
Zusatzgewichten um das RC Car in die gewünschte Balance zu
bekommen. Von der gängigen Methode Fehler bei der
Gewichtsverteilung und Traktionsverluste mit weicheren
Reifenmischungen zu bekämpfen, ist abzuraten. Vorzeitiger
und ungleichmäßiger Verschleiß der Reifen werden am Ende
teuer. Eine optimierte Balance des RC Car schont die Reifen
und produziert hohen mechanischen Grip (Traktion).
Hauptgruppe Fahrwerk
Verhältnis Dämpfer / Feder:
Die Abstimmung von Dämpfer und Feder gehört zu den
wichtigsten Arbeiten beim Finden eines geeigneten Set-up für
das RC Car. Ebenso unterschiedlich wie die einzelnen
Fahrzeugtypen und Fahrstile der Piloten sind die
Einstellungen. Deshalb soll hier nur allgemeines zum Thema
erklärt werden. Grundsätzlich bilden Feder und Dämpfer eine
Einheit die neben dem Ausgleich von Bodenunebenheiten auch
dynamische Kräfte vom Fahrzeug selbst abfangen sollen.
Zunächst sollte in Tests die Steifigkeit des Chassis
untersucht werden. Ein RC Car mit steifem Chassis benötigt
eine weiche Dämpfer / Feder Einheit um optimalen Grip
aufzubauen, ein relativ weiches Chassis wird in der Regel
hart gefedert um es im Fahrverhalten "direkter" und stabiler
zu machen. Eine zu weiche Abstimmung von Feder /
Dämpfereinheit läßt das RC Car "schwammig" wirken und läßt
sich nicht exakt steuern. Eine zu harte Abstimmung führt zu
einem sehr direkten "spitzen" Fahrverhalten dass keine
Fehler zuläßt und zum Springen des Chassis führen kann. Ein
geeignetes Set-up stellt immer einen Kompromiß zwischen
Rennstrecke, Fahrstil und Chassis dar.
Durch den Einsatz von Dämpferölen verschiedener
Viskositätsklassen und verstellbaren bzw. austauschbaren
Dämpferplatten mit unterschiedlichen Bohrungen kann
zusätzlich die Dämpfercharakteristik verändert werden. Ein
dünnes Dämpferöl läßt die Feder mehr zur Geltung kommen.
Federn können linear oder progressiv ausgelegt sein, derzeit
setzen sich progressive Federn aufgrund der veränderlichen
Federrate durch. Grundsätzlich sollte die Dämpfer /
Federeinheit in allen Fahrzuständen des RC Cars für optimale
Bodenhaftung (Grip) sorgen. Je höher die mögliche
Kurvengeschwindigkeit des Fahrzeugs ohne Verlust der
Bodenhaftung (Dreher oder Abheben der Räder) umso besser ist
das gefundene Set-up. Letzendlich entscheidet die mögliche
Kurvengeschwindigkeit über die Rundenzeit und das Ergebnis
im Wettbewerb.
Chassisbreite, Seitenneigung und Bodenfreiheit:
Im Wettbewerb werden durch entsprechende Regeln die
Bodenfreiheit der RC Cars und die Fahrzeugbreite vorgegeben
und kontrolliert. Grundsätzlich kann man sagen dass ein RC
Car (Glattbahn!) so tief wie möglich liegen sollte um den
Schwerpunkt abzusenken und möglichst breit sein sollte, um
der Kippneigungen bei hohen Kurvengeschwindigkeiten
entgegenzuwirken. Allerdings darf das Chassis nie aufsetzen,
weil das Fahrzeug dann nicht mehr lenkbar ist. Ziel ist
dabei auch die Verringerung der Seitenneigung des RC Cars.
Hier kommen Stabilisatoren mit unterschiedlichen Durchmesser
zum Einsatz, die aber sorgfältig mit der Dämpfer /
Federeinheit abgestimmt werden müssen. Je geringer die
Seitenneigung und Bodenfreiheit des RC Cars umso höher die
mögliche Kurvengeschwindigkeit, entsprechende Bodenhaftung
vorrausgesetzt.
Radstellungen und Achsgeometrie:
Entscheidend für einen zuverlässigen Geradeauslauf des RC
Cars bei hohen Geschwindigkeiten ist die eingestellte
Achsgeometrie bzw. die Stellung der einzelnen Räder. Hier
gilt wieder der persönliche Fahrstil als Ausgangspunkt für
das Set-up. Grundsätzlich sollte ein RC Car aber stets
ordentlich vermessen sein um ein berechenbares und sicheres
Fahrverhalten zu erreichen. Am einfachsten erreicht man dies
durch Verwendung eines langen Radstandes, der aber in Kurven
weniger agil ist. Trotzdem haben sich im RC Car Sport lange
Radstände durchgesetzt. Auf keinen Fall darf das Fahrzeug
einen "Achsversatz" zwischen Vorder- und Hinterachse
aufweisen.Ein solches RC Car kann gar nicht geradeaus
fahren. Überprüft wird der Abstand von Radmitte Hinterachse
zu Radmitte Vorderachse einer Fahrzeugseite. Die anderen
Seite muß dasselbe Maß ergeben, dann ist das Fahrzeug
"gerade". Prinzipiell wird an Vorder- und Hinterrädern
negativer Sturz (alles andere macht keinen Sinn)
eingestellt, hierbei ist aber zu beachten wie weit sich der
Sturz bei Ein- und Ausfedern ändert. Ein zu großer negativer
Sturz kann zu vorzeitigem Reifenverschleiß führen.
Die Spureinstellung ist abhängig vom Antriebskonzept. Ein
2WD Fahrzeug mit Heckantrieb sollte stets eine Vorspur an
der Hinterachse aufweisen, um der Neigung der Antriebsräder
nach außen rollen zu wollen entgegenzuwirken. Der Wert hängt
dabei vom verwendeten Reifentyp ab, der sich mit zunehmender
Vorspur stärker erwärmt. An der Vorderachse wird meist eine
Nachspur verwendet. Dies macht technisch aus Sicht des
Lenktrapez keinen Sinn sondern bewirkt lediglich eine
Spurverbreiterung gegenüber der Hinterachse und macht die
Vorderachse weniger unruhig, dafür muß in Kurven stärker
eingelenkt werden bzw. man hat mit Untersteuern zu kämpfen.
Persönlich habe ich immer eine geringe Vorspur auch an der
Vorderachse verwendet um eine vernünftige Lenkgeometrie
(Spurdifferenzwinkel) und ein spontanes Einlenken bzw.
leichtes Übersteuern zu erreichen. Das Fahrzeug wird dabei
auch nicht unruhiger, es ist lediglich auf eine exakte
Neutralstellung des Lenkservo zu achten.
Zusätzliche Einstellmöglichkeiten wie Nachlauf, Spreizung,
Lenkrollhalbmesser würden hier zu weit führen.
Hauptgruppe Reifen
Slick oder Profil, Moosgummi oder Hohlkammer:
Es wird nicht umsonst vom "schwarzen Gold" gesprochen. Der
Reifen ist das Verbindungsglied zwischen Antrieb bzw.
Fahrwerk und Asphalt, ohne vernüftigen Reifen nützt der
stärkste Motor und das beste Fahrwerk Set-up nichts. Um die
enormen Leistungen der RC Car Motoren auf die Straße zu
übertragen ist hohe Bodenhaftung notwendig. In kleineren
Modellklassen werden Moosgummi-Vollreifen eingesetzt, die
extreme Haftung aber auch hohen Verschleiß bewirken.
Grundsätzlich wird ein Mossgummi Reifen immer besser haften
als ein Hohlkammer Reifen, in der Praxis sind die "Moosis"
aber aufgrund der Kurzlebigkeit insbesondere bei
Großmodellen und preisbewußten Modellklassen nicht
anwendbar. Hier kommen Hohlkammer Reifen mit entsprechenden
Einlagen oder mit Luft gefüllt zum Einsatz. Es gibt
zahlreiche Hersteller und ebenso viele Gummimischungen. Die
Anwendungsgebiete sind nach Hersteller verschieden, man
sollte sich bei der Reifenwahl auf einige wesentliche Punkte
beschränken:
Bei heckgetriebenen 2WD Fahrzeugen MUSS die Antriebsachse
eine weichere Gummimischung haben als die Vorderachse. Nur
so können die Antriebskräfte ohne Traktionsverlust
übertragen werden und das Auto bleibt in der Balance. Die
Vorderräder werden durch die Lenkbewegung zusätzlich erwärmt
und führen bei zu weicher Gummimischung zum Übersteuern
(zuviel Griff der Vorderachse) des Fahrzeugs. Ist die
Mischung der Vorderräder zu hart, untersteuert das RC Car.
Ist die Mischung der Hinterräder zu hart, verliert das
Fahrzeug an Traktion und bricht in der Kurve aus.
Wichtigster Punkt bei der Reifenwahl ist die Außentemperatur
bzw. Wetter und die Fahrwerkseinstellung. Bei heißem Wetter
setzt man logischerweise harte, bei kaltem Wetter weiche
Reifen ein um die optimale Reifentemperatur zu erreichen.
Bei extremen Spur- und Sturzeinstellungen der Räder muß mit
zunehmender Erwärmung des Reifens gerechnet werden. Der
Verschleiß des Reifens ist dabei der beste Indikator für die
richtige Wahl. Verschleißt der Reifen vorzeitig (Blasen-
oder Schuppenbildung) überhitzt er im Betrieb und verliert
dabei seine Haftung. Das RC Car wird "schwammig" bis
unfahrbar. Ist einseitige Profilabnutzung erkennbar, so muß
die Achsgeometrie korrigiert werden. In der Praxis bilden
Reifenwahl und Fahrwerkseinstellung eine Einheit. Man sollte
sich daher auf einen Reifenhersteller konzentrieren und das
RC Car damit auf die jeweiligen Bedingungen abstimmen.
Eine besondere Bedeutung kommt der Lauffläche des Reifens
zu. Moosgummi gibt es ausschließlich als Slick, Hohlkammer
Reifen auch mit Profil. Immer häufiger wird im RC Car
Rennsport zu profilierten Reifen gegriffen, weil man damit
bessere Haftung gegenüber dem Slick zu erzielen scheint.
Physikalisch betrachtet ist dies unsinnig, weil der Slick
automatisch mehr Lauffläche und damit mehr Antriebs- und
Bremskräfte übertragen kann als ein Profilreifen gleicher
Abmessung. Die Begründung liegt in der Tatsache dass sich
der Profilreifen schneller erwärmt und somit eher Griff
aufbaut als der Slick. Aufgrund des geringen Gewichts der RC
Cars ist dies von Vorteil, weil von Rennbeginn an attackiert
werden kann. Allerdings überhitzt der Profilreifen auch
schneller und verliert damit eher seine Haftung. Es hängt
vom Fahrer ab wie er sich entscheidet, ich persönlich habe
mit Slickreifen gerade gegen Rennende wenn die Kollegen mit
abbauenden Reifen kämpften nur gute Erfahrungen gemacht.
Hauptgruppe Elektrik
Funkanlage und Servos:
In den letzten Jahren ist mit der Entwicklung der digitalen
Funkübertragung (PCM) ein großer Schritt nach vorn gegen
lästige Funkstörungen und damit verbundenen Unfällen
gemacht. worden. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken eines
wettbewerbstauglichen RC Cars befaßt sollte auf keinen Fall
an der Funkfernsteuerung sparen. Es sollte mindestens eine
etablierte FM Anlage im 40 Mhz Band mit Fail Safe Funktion
sein, bei AM Anlagen und 27 Mhz Band sind Funkstörungen
sicher. Absolut zu empfehlen sind digitale PCM Anlagen, hier
kommt es fast nie zu Störungen und mittlerweile sind Fail
Safe Funktionen dort Standard.
Der Servo sollte immer dem Zweck im RC Car entsprechen.
Lenkservos müssen stark, schnell und robust sein. Mangelnde
Kraft auf Lenkung spürt der Pilot als träge Lenkung, die
schnelle Manöver im Wettbewerb unmöglich machen. Bei
Großmodellen sollte das Lenkservo mindestens 18 Kg Zugkraft.
Gas / Bremsservos werden nur bei Verbrenner RC Cars
gebraucht, hier empfiehlt sich bei Großmodellen Servos mit
mindestens 13 Kg Zugkraft (mechanische Bremse). Auf jeden
Fall sollten die Servos immer mit der vom Hersteller
vorgebenen Spannung versorgt werden. Hier eignet sich
hervorragend ein sogannter Gleichspannungskonverter, der im
Fachhandel erhältlich ist. Unabhängig vom Ladezustand der
Akkus (natürlich nicht entladen) wird eine gleichbleibende
Spannung an die Servos geliefert und somit eine vorzeitiger
Defekt durch Überspannung bzw. Abbrand und Poti-Schäden
verhindert.
Hauptgruppe Karosserie
Aerodynamik und Fahrzeughöhe:
Jeder RC Car Fahrer möchte sein Modell durch eine
entsprechende Karosserie und dem Design individualisieren.
Der Wettbewerbsfahrer wird dabei aber durch aerodynamische
Sachverhalte bei der Wahl der Karosserie stark beeinflußt.
Zunächst ist es unsinnig anzunehmen, daß im RC Car Sport die
Aerodynamik zu Erzielen von Bodenhaftung benutzt werden
kann. Diese Auswirkungen werden nachweislich erst bei
Geschwindigkeiten über 200 km/h erzielt, so schnell sind die
RC Cars noch nicht. Außerdem würde jeglicher aerodynamische
Effekt durch die offenen Unterböden der Fahrzeuge zunichte
gemacht werden. Es ist theoretisch durchaus sinnvoll den
Unterboden für eine bessere Luftführung zu verkleiden, dies
beeinträchtigt aber insbesondere die Kühlung der Motoren und
ist daher praktisch nicht mehr sinnvoll. Entscheidend ist
die Luftführung über dem RC Car um wenig Strömungswiderstand
zu verursachen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die
Karosserie möglichst flach ist und die Stirnseite klein ist.
Strömungstechnisch ideal sind daher Sportwagenkarosserien,
ein Tourenwagen hat es da im Fahrtwind schon schwerer.
Spoiler und Flügel erzeugen im RC Car keine Bodenhaftung,
aber sie stabilisieren das Fahrzeug insbesondere beim
Anbremsen. Als Faustregel gilt daß die Karosserie eines RC
Car an der Vorderachse möglichst tief (um weniger
Luftturbulenzen unterm Auto zu haben) und an der Hinterachse
leicht erhöht (um den Heckfügel optimal wirken zu lassen)
angebracht sein sollte. Absolute Profis verkleiden die
Felgen (Discs) um das RC Car noch strömungsgünstiger zu
machen.
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