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Technisches Grundwissen RC Modellauto

 

Hauptgruppe Motor


Verdichtung:

Grundsätzlich bewirkt ein erhöhtes Verdichtungsverhältnis im Serienmotor einen höheren Verbrennungsenddruck und damit eine höhere Kolbenkraft – also ein höheres Drehmoment. Allerdings sind dem Verdichtungsverhältnis Grenzen gesetzt. Eine zu hohe Verdichtung kann zu klopfender Verbrennung führen, die Höchstdrehzahl des Motors absenken und damit Leistungsverlust verursachen. Der Motor "bremst" sich selbst aufgrund der hohen Verdichtung. Eine sorgfältige Abstimmung und Tests mit dem Motor um einen Kompromiß zwischen maximalem Drehmoment und höchster Leistung zu finden, sind also unbedingt notwendig. In der Praxis wird die Verdichtung meist einfach über unterschiedliche Stärken von Zylinderfußdichtungen verändert, aufwendiger sind abgedrehte Zylinderböden. Hier ist aber zu beachten, dass dabei gleichzeitig die Steuerzeiten geändert werden. Dies kann auch zum Nachteil führen, ideal ist daher der Einbau von Kolben mit geänderter Kompressionshöhe.

Vergaser:

Aufgabe des Vergasers ist die Zerstäubung von Kraftstoff mit Luft und damit die Herstellung eines zündfähigen Gasgemisches. Da es im RC Car Sport unterschiedlichste Vergasertypen und somit Einstellungen gibt, soll hier nur allgemeines aufgeführt werden. Grundsätzlich sollte die Vergasereinstellung eine agile Gasannahme im Teillastbereich (Übergang Leerlauf-Vollast) sowie eine optimale Höchstdrehzahl bewirken. Hier gilt es einen Kompromiß bei der Einstellung zu finden, da insbesondere beim Zweitaktmotor die Füllung des Zylinders stark drehzahl- bzw. resonanzabhängig ist.
In der Praxis konzentriert man sich auf ein sauberes "hochdrehen" des Motors und ein "freidrehen" unter Vollast. Beginnt der Motor unter Vollast zu "viertakten" (stottern) oder gar blau zu rauchen ist die Einstellung zu fett. Geht der Motor unter Vollast aus und entwickelt eine verzögerte Gasanahme im Teillast ("Loch") ist die Einstellung zu mager. Grundsätzlich sollten die Motoren leicht fett eingestellt werden um eine gute Gasannahme zu bewirken und ausreichend Schmierung unter Vollast zu gewährleisten. Eine magere Einstellung bewirkt zwar zunächst höhere Endrehzahlen, bedeutet aber auch extreme Temperaturentwicklungen im Brennraum dem ein Motorschaden folgen kann.

Kraftstoff und Ölanteil:

Im Verbrenner RC Car Sport kommen unterschiedliche Kraftstoffe zum Einsatz. Die Glühzündermotoren benutzen Nitromethan Kraftstoffe, die extrem leistungssteigernd (Sauerstoff und Methanol enthalten) aber auch teuer sind. Die Ottomotoren im Großmodellsport benutzen handelsübliche Tankstellenkraftstoffe, natürlich mit entsprechendem Ölanteil zur Schmierung. Grundsätzlich sollten Kraftstoffe mit hoher Klopffestigkeit (>98 Oktan) verwendet werden um Selbstzündungen bei getunten Motoren vorzubeugen. In der Praxis hat sich im Wettbewerb der Einsatz von Rennkraftstoffen (108 Oktan, Shell Racing Service) bewährt, weil hier ein qualitativ hochwertiger Kraftstoff eine schnelle, vollständigere Verbrennung sichert und der Motor länger seine Leistung behält. Von den gängigen "Oktan-Boostern" ist bei Verwendung von Rennkraftstoffen abzuraten, sie sind sie im Wettbewerb verboten. Über Sinn oder Unsinn erlaube ich mir kein Urteil. Rein technisch betrachtet kommt es bei extrem hochoktanigen Kraftstoffen zu Kaltstartschwierigkeiten und im Betrieb zu hohen Motortemperaturen die zu unkontrollierten Frühzündungen und vorzeitigen Verschleiß des Motors führen.
Der Ölanteil im Kraftstoff ist je nach Motor-Herstellervorgabe zu beachten. Grundsätzlich gilt aber das Ölanteile im Kraftstoff die Verbrennung negativ beeinflussen. Ein Kraftstoff mit dem Mischungsverhältnis von 1:20 verbrennt schlechter als ein Verhältnis von 1:40 und verursacht außerdem Ablagerungen auf dem Kolbenboden und in den Kanälen. Dafür ist bei einem höheren Ölanteil die Schmierung besser und der Verschleiß des Motors geringer. In der Praxis gilt es für den entsprechenden Motor das optimale Mischungsverhältnis durch Tests und Herstellerangabe herauszufinden. Eine generelle Faustregel dafür gibt es nicht, im Zweifelsfall kann man aber mit einem Verhältnis von 1:33 nichts falsch machen.

Kühlung:

Von vielen RC Car Fahrern am wenigsten beachtet und dabei der entscheidene Punkt für eine gleichbleibende optimale Motorleistung. In der Praxis kommen nur Fahrtluft- bzw. Zwangsluftkühlung der Motoren zum Einsatz. Grundsätzlich gilt, dass ein Verbrennungsmotor nur bei Betriebstemperatur seine höchste Leistung abgeben kann. Ist der Motor zu kalt oder zu heiß, wird er die Leistung nicht bringen. Bei längerem Betrieb und insbesondere im Wettkampf werden die Motoren im RC Car Sport hohen Temperaturen ausgesetzt. Dies bewirkt eine geringere Zylinderfüllung und damit einsetzenden Leistungsverlust. Dieser Prozeß ist bei Luftkühlung kaum verhinderbar, zumal sich die Motoren unter der Karosserie zusätzlich aufheizen. Abhilfe kann hier nur durch stets saubere und großflächige bzw. stark verrippte Kühlkörper auf den Motoren geschaffen werden. Bei Großmodellen werden zusätzlich Scheiben der Karosserie ausgeschnitten. Auf keinen Fall sollten die Unterböden der Modelle verkleidet werden, weil über die Unterseite die meiste Kühlluft vom Gebläse angesaugt wird. Zudem sollten nur sehr gut wärmeleitfähige Materialien (Aluminium, etc.) für Chassis und Motorträgerteile benutzt werden. Materialien wie Kohlefaser und andere Verbundstoffe bringen zwar Gewichtsvorteile, sie können aber keine Wärme ableiten.

Zusammenhang Drehzahl / Reibung:


Jeder wettbewerbsorientierte RC Car Fahrer ist ständig auf der Suche nach Möglichkeiten zur Leistungssteigerung des Modells. Grob betrachtet kann man die Leistung nur steigern, indem man die Motordrehzahl erhöht oder die Reibung im Motor und in den Antriebsteilen verringert. Maßnahmen um die Motordrehzahl zu erhöhen (Steuerzeitenänderung, Kanalaufweitung, Resonanzauspuff etc.) erfordern oft aufwendige und vor allem teure Umbauten. Wesentlich billiger aber kaum beachtet sind Maßnahmen zur Reibungsverminderung. Serienmotoren werden als Massenware hergestellt und haben trotz gleicher Bauart unterschiedliche Leistungswerte. Eine sorgfältige Nachbearbeitung (entgraten) von Kanälen und Übergangen, vor allem das Auswinkeln bzw. Auswuchten der Kurbelwelle können den Serienmotor schon leistungsfähiger machen. Der Einsatz vom qualitativ hochwertigen Motoröl zur Schmierung (Vollsynthetisch) ist beinahe eine Selbstverständlichkeit um günstigere Reibung zu erzielen. Zudem sollten alle rotierenden Antriebsteile kugelgelagert und spannungsfrei mit entsprechenden Spiel eingebaut sein. Werden dann noch vom Motor angetriebene Teile (Kupplung, Gebläse, Zündmagnet) im Gewicht reduziert, kann auch ein Serienmotor plötzlich höher drehen und mehr Leistung abgeben. Allgemein kann man sagen das zu hohe und vermeidbare Reibung die größte Leistungsbremse im RC Car ist.

Hauptgruppe Kraftübertragung


Kupplung:

Hauptaufgabe der Kupplung ist den Kraftschluß zwischen Motor und Antrieb herzustellen. Drehzahlabhängig über Fliehgewichte wird ein- bzw. ausgekuppelt. Idealerweise sollte es für jeden Motor entsprechend seiner Drehmoment und Leistungscharakteristik eine Kupplung geben. In der Praxis kann man dies durch einstellbare Kupplungen erreichen. Entsprechend den Anforderungen werden die Federn der Fliehgewichte vorgespannt bzw. entspannt. Grundsätzlich sollte bei einem günstigen Drehmoment des Motors eingekuppelt werden um genügend Durchzugskraft zum Erreichen der Höchstdrehzahl zu haben. Wird zu früh eingekuppelt "sackt" der Motor ab und muß sich aus niedrigen Drehzahlen hochquälen. Wird zu spät eingekuppelt, so können Fahrwerk und Reifen die plötzlich einsetzenden Antriebskräfte nicht schnell genug übertragen und das RC Car verliert an Traktion. Im allgemeinen haben Zweitakt- und insbesondere dort die Tuningmotoren das maximale Drehmoment und höchste Leistung erst bei hohen Drehzahlen. In der Praxis werden daher die Kupplungen oft spät eingestellt, auch um ein frühes Auskuppeln beim Bremsen zu erreichen. Ein wesentlicher Punkt ist das Gewicht der Kupplung. Um den Motor höher drehen zu lassen und den Drehzahlabfall beim Kuppeln gering zu halten, sollte die Kupplung möglichst leicht sein. Dies läßt sich aber oft nur mit kleinen und wenigen Kupplungsbelägen erreichen, die dann die volle Motorleistung übertragen sollen. Ein hoher und vorzeitiger Verschleiß ist unvermeidbar die Folge. In der Praxis sollte daher auf hochwertige standfeste Materialien des Belages und einfache Wartung geachtet werden.

Antriebsarten 2WD oder 4WD:

Im RC Car Rennsport kommen alle gängigen Antriebskonzepte zum Einsatz. Front- und Heckantrieb bilden die Gruppe 2WD während Allradantrieb für 4WD steht. Rein physikalisch betrachtet ist der Allradantrieb das ideale Konzept für eine gleichmäßige Kraftübertragung auf alle Räder und ein stabiles Fahrverhalten. Allerdings bedeutet dies Nachteile beim Gewicht des RC Cars weil zusätzliche Bauteile (Antriebswellen, Differentiale) eingesetzt werden müssen. Die 2WD Fahrzeuge sind daher unkomplizierter und leichter, die Antriebskräfte werden aber nur auf eine Achse übertragen. Daher sind diese RC Cars instabiler im Fahrverhalten und stellen an Pilot und Fahrwerk höhere Anforderungen. Grundsätzlich sollte der 2WD erfahrene Modellsportler mit einem 4WD RC Car leicht umgehen können, andersherum ist es schon schwieriger. Mittlerweile hat sich der Trend im RC Car Rennsport auch zu 4WD entwickelt, weil die enormen Motorleistungen in den Profi Klassen (VG 8) sonst kaum noch übertragen werden könnten. Für einen RC Car Anfänger ist der 4WD Antrieb zu empfehlen.

Gewichtsverteilung und Traktion:

Grundsätzlich sollte ein RC Car einen niedrigen Schwerpunkt und eine möglichst mittig ausgerichtete bzw. gleichmäßige Gewichtsverteilung haben, um Kippneigungen und instabilem Fahrverhalten entgegenzuwirken. 4WD Fahrzeuge haben bauartbedingt ein neutrales Fahrverhalten, hier kann nach Wunsch des Piloten durch die Gewichtsanordnung ein Übersteuern (mehr Gewicht auf der Hinsterachse) oder Untersteuern (mehr Gewicht auf der Vorderachse) erreicht werden. Dabei gilt aber zu beachten, dass nicht eine Achse an Traktion verliert und den Vorteil des 4WD verliert. 2WD Fahrzeuge MÜSSEN das meiste Gewicht auf der Antriebsachse haben. In der Praxis findet man meist heckangetriebene Modelle, die ohne Gewicht auf der Hinterachse bei der Übertragung der Motorleistung auf die Antriebsräder hoffnungslos überfordert wären. Hier gilt es einen Kompromiß zu finden damit das Fahrzeug nicht zu sehr hecklastig wird, was ein permanentes Untersteuern am Kurveneingang und Übersteuern am Kurvenausgang zur Folge hätte. In der Praxis bekämpft man dieses instabile Fahrverhalten meist mit Zusatzgewichten um das RC Car in die gewünschte Balance zu bekommen. Von der gängigen Methode Fehler bei der Gewichtsverteilung und Traktionsverluste mit weicheren Reifenmischungen zu bekämpfen, ist abzuraten. Vorzeitiger und ungleichmäßiger Verschleiß der Reifen werden am Ende teuer. Eine optimierte Balance des RC Car schont die Reifen und produziert hohen mechanischen Grip (Traktion).

Hauptgruppe Fahrwerk


Verhältnis Dämpfer / Feder:

Die Abstimmung von Dämpfer und Feder gehört zu den wichtigsten Arbeiten beim Finden eines geeigneten Set-up für das RC Car. Ebenso unterschiedlich wie die einzelnen Fahrzeugtypen und Fahrstile der Piloten sind die Einstellungen. Deshalb soll hier nur allgemeines zum Thema erklärt werden. Grundsätzlich bilden Feder und Dämpfer eine Einheit die neben dem Ausgleich von Bodenunebenheiten auch dynamische Kräfte vom Fahrzeug selbst abfangen sollen. Zunächst sollte in Tests die Steifigkeit des Chassis untersucht werden. Ein RC Car mit steifem Chassis benötigt eine weiche Dämpfer / Feder Einheit um optimalen Grip aufzubauen, ein relativ weiches Chassis wird in der Regel hart gefedert um es im Fahrverhalten "direkter" und stabiler zu machen. Eine zu weiche Abstimmung von Feder / Dämpfereinheit läßt das RC Car "schwammig" wirken und läßt sich nicht exakt steuern. Eine zu harte Abstimmung führt zu einem sehr direkten "spitzen" Fahrverhalten dass keine Fehler zuläßt und zum Springen des Chassis führen kann. Ein geeignetes Set-up stellt immer einen Kompromiß zwischen Rennstrecke, Fahrstil und Chassis dar.
Durch den Einsatz von Dämpferölen verschiedener Viskositätsklassen und verstellbaren bzw. austauschbaren Dämpferplatten mit unterschiedlichen Bohrungen kann zusätzlich die Dämpfercharakteristik verändert werden. Ein dünnes Dämpferöl läßt die Feder mehr zur Geltung kommen. Federn können linear oder progressiv ausgelegt sein, derzeit setzen sich progressive Federn aufgrund der veränderlichen Federrate durch. Grundsätzlich sollte die Dämpfer / Federeinheit in allen Fahrzuständen des RC Cars für optimale Bodenhaftung (Grip) sorgen. Je höher die mögliche Kurvengeschwindigkeit des Fahrzeugs ohne Verlust der Bodenhaftung (Dreher oder Abheben der Räder) umso besser ist das gefundene Set-up. Letzendlich entscheidet die mögliche Kurvengeschwindigkeit über die Rundenzeit und das Ergebnis im Wettbewerb.

Chassisbreite, Seitenneigung und Bodenfreiheit:

Im Wettbewerb werden durch entsprechende Regeln die Bodenfreiheit der RC Cars und die Fahrzeugbreite vorgegeben und kontrolliert. Grundsätzlich kann man sagen dass ein RC Car (Glattbahn!) so tief wie möglich liegen sollte um den Schwerpunkt abzusenken und möglichst breit sein sollte, um der Kippneigungen bei hohen Kurvengeschwindigkeiten entgegenzuwirken. Allerdings darf das Chassis nie aufsetzen, weil das Fahrzeug dann nicht mehr lenkbar ist. Ziel ist dabei auch die Verringerung der Seitenneigung des RC Cars. Hier kommen Stabilisatoren mit unterschiedlichen Durchmesser zum Einsatz, die aber sorgfältig mit der Dämpfer / Federeinheit abgestimmt werden müssen. Je geringer die Seitenneigung und Bodenfreiheit des RC Cars umso höher die mögliche Kurvengeschwindigkeit, entsprechende Bodenhaftung vorrausgesetzt.

Radstellungen und Achsgeometrie:

Entscheidend für einen zuverlässigen Geradeauslauf des RC Cars bei hohen Geschwindigkeiten ist die eingestellte Achsgeometrie bzw. die Stellung der einzelnen Räder. Hier gilt wieder der persönliche Fahrstil als Ausgangspunkt für das Set-up. Grundsätzlich sollte ein RC Car aber stets ordentlich vermessen sein um ein berechenbares und sicheres Fahrverhalten zu erreichen. Am einfachsten erreicht man dies durch Verwendung eines langen Radstandes, der aber in Kurven weniger agil ist. Trotzdem haben sich im RC Car Sport lange Radstände durchgesetzt. Auf keinen Fall darf das Fahrzeug einen "Achsversatz" zwischen Vorder- und Hinterachse aufweisen.Ein solches RC Car kann gar nicht geradeaus fahren. Überprüft wird der Abstand von Radmitte Hinterachse zu Radmitte Vorderachse einer Fahrzeugseite. Die anderen Seite muß dasselbe Maß ergeben, dann ist das Fahrzeug "gerade". Prinzipiell wird an Vorder- und Hinterrädern negativer Sturz (alles andere macht keinen Sinn) eingestellt, hierbei ist aber zu beachten wie weit sich der Sturz bei Ein- und Ausfedern ändert. Ein zu großer negativer Sturz kann zu vorzeitigem Reifenverschleiß führen.
Die Spureinstellung ist abhängig vom Antriebskonzept. Ein 2WD Fahrzeug mit Heckantrieb sollte stets eine Vorspur an der Hinterachse aufweisen, um der Neigung der Antriebsräder nach außen rollen zu wollen entgegenzuwirken. Der Wert hängt dabei vom verwendeten Reifentyp ab, der sich mit zunehmender Vorspur stärker erwärmt. An der Vorderachse wird meist eine Nachspur verwendet. Dies macht technisch aus Sicht des Lenktrapez keinen Sinn sondern bewirkt lediglich eine Spurverbreiterung gegenüber der Hinterachse und macht die Vorderachse weniger unruhig, dafür muß in Kurven stärker eingelenkt werden bzw. man hat mit Untersteuern zu kämpfen.
Persönlich habe ich immer eine geringe Vorspur auch an der Vorderachse verwendet um eine vernünftige Lenkgeometrie (Spurdifferenzwinkel) und ein spontanes Einlenken bzw. leichtes Übersteuern zu erreichen. Das Fahrzeug wird dabei auch nicht unruhiger, es ist lediglich auf eine exakte Neutralstellung des Lenkservo zu achten.
Zusätzliche Einstellmöglichkeiten wie Nachlauf, Spreizung, Lenkrollhalbmesser würden hier zu weit führen.

Hauptgruppe Reifen


Slick oder Profil, Moosgummi oder Hohlkammer:


Es wird nicht umsonst vom "schwarzen Gold" gesprochen. Der Reifen ist das Verbindungsglied zwischen Antrieb bzw. Fahrwerk und Asphalt, ohne vernüftigen Reifen nützt der stärkste Motor und das beste Fahrwerk Set-up nichts. Um die enormen Leistungen der RC Car Motoren auf die Straße zu übertragen ist hohe Bodenhaftung notwendig. In kleineren Modellklassen werden Moosgummi-Vollreifen eingesetzt, die extreme Haftung aber auch hohen Verschleiß bewirken. Grundsätzlich wird ein Mossgummi Reifen immer besser haften als ein Hohlkammer Reifen, in der Praxis sind die "Moosis" aber aufgrund der Kurzlebigkeit insbesondere bei Großmodellen und preisbewußten Modellklassen nicht anwendbar. Hier kommen Hohlkammer Reifen mit entsprechenden Einlagen oder mit Luft gefüllt zum Einsatz. Es gibt zahlreiche Hersteller und ebenso viele Gummimischungen. Die Anwendungsgebiete sind nach Hersteller verschieden, man sollte sich bei der Reifenwahl auf einige wesentliche Punkte beschränken:
Bei heckgetriebenen 2WD Fahrzeugen MUSS die Antriebsachse eine weichere Gummimischung haben als die Vorderachse. Nur so können die Antriebskräfte ohne Traktionsverlust übertragen werden und das Auto bleibt in der Balance. Die Vorderräder werden durch die Lenkbewegung zusätzlich erwärmt und führen bei zu weicher Gummimischung zum Übersteuern (zuviel Griff der Vorderachse) des Fahrzeugs. Ist die Mischung der Vorderräder zu hart, untersteuert das RC Car. Ist die Mischung der Hinterräder zu hart, verliert das Fahrzeug an Traktion und bricht in der Kurve aus. Wichtigster Punkt bei der Reifenwahl ist die Außentemperatur bzw. Wetter und die Fahrwerkseinstellung. Bei heißem Wetter setzt man logischerweise harte, bei kaltem Wetter weiche Reifen ein um die optimale Reifentemperatur zu erreichen. Bei extremen Spur- und Sturzeinstellungen der Räder muß mit zunehmender Erwärmung des Reifens gerechnet werden. Der Verschleiß des Reifens ist dabei der beste Indikator für die richtige Wahl. Verschleißt der Reifen vorzeitig (Blasen- oder Schuppenbildung) überhitzt er im Betrieb und verliert dabei seine Haftung. Das RC Car wird "schwammig" bis unfahrbar. Ist einseitige Profilabnutzung erkennbar, so muß die Achsgeometrie korrigiert werden. In der Praxis bilden Reifenwahl und Fahrwerkseinstellung eine Einheit. Man sollte sich daher auf einen Reifenhersteller konzentrieren und das RC Car damit auf die jeweiligen Bedingungen abstimmen.
Eine besondere Bedeutung kommt der Lauffläche des Reifens zu. Moosgummi gibt es ausschließlich als Slick, Hohlkammer Reifen auch mit Profil. Immer häufiger wird im RC Car Rennsport zu profilierten Reifen gegriffen, weil man damit bessere Haftung gegenüber dem Slick zu erzielen scheint. Physikalisch betrachtet ist dies unsinnig, weil der Slick automatisch mehr Lauffläche und damit mehr Antriebs- und Bremskräfte übertragen kann als ein Profilreifen gleicher Abmessung. Die Begründung liegt in der Tatsache dass sich der Profilreifen schneller erwärmt und somit eher Griff aufbaut als der Slick. Aufgrund des geringen Gewichts der RC Cars ist dies von Vorteil, weil von Rennbeginn an attackiert werden kann. Allerdings überhitzt der Profilreifen auch schneller und verliert damit eher seine Haftung. Es hängt vom Fahrer ab wie er sich entscheidet, ich persönlich habe mit Slickreifen gerade gegen Rennende wenn die Kollegen mit abbauenden Reifen kämpften nur gute Erfahrungen gemacht.

Hauptgruppe Elektrik


Funkanlage und Servos:


In den letzten Jahren ist mit der Entwicklung der digitalen Funkübertragung (PCM) ein großer Schritt nach vorn gegen lästige Funkstörungen und damit verbundenen Unfällen gemacht. worden. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken eines wettbewerbstauglichen RC Cars befaßt sollte auf keinen Fall an der Funkfernsteuerung sparen. Es sollte mindestens eine etablierte FM Anlage im 40 Mhz Band mit Fail Safe Funktion sein, bei AM Anlagen und 27 Mhz Band sind Funkstörungen sicher. Absolut zu empfehlen sind digitale PCM Anlagen, hier kommt es fast nie zu Störungen und mittlerweile sind Fail Safe Funktionen dort Standard.
Der Servo sollte immer dem Zweck im RC Car entsprechen. Lenkservos müssen stark, schnell und robust sein. Mangelnde Kraft auf Lenkung spürt der Pilot als träge Lenkung, die schnelle Manöver im Wettbewerb unmöglich machen. Bei Großmodellen sollte das Lenkservo mindestens 18 Kg Zugkraft. Gas / Bremsservos werden nur bei Verbrenner RC Cars gebraucht, hier empfiehlt sich bei Großmodellen Servos mit mindestens 13 Kg Zugkraft (mechanische Bremse). Auf jeden Fall sollten die Servos immer mit der vom Hersteller vorgebenen Spannung versorgt werden. Hier eignet sich hervorragend ein sogannter Gleichspannungskonverter, der im Fachhandel erhältlich ist. Unabhängig vom Ladezustand der Akkus (natürlich nicht entladen) wird eine gleichbleibende Spannung an die Servos geliefert und somit eine vorzeitiger Defekt durch Überspannung bzw. Abbrand und Poti-Schäden verhindert.

Hauptgruppe Karosserie


Aerodynamik und Fahrzeughöhe:

Jeder RC Car Fahrer möchte sein Modell durch eine entsprechende Karosserie und dem Design individualisieren. Der Wettbewerbsfahrer wird dabei aber durch aerodynamische Sachverhalte bei der Wahl der Karosserie stark beeinflußt. Zunächst ist es unsinnig anzunehmen, daß im RC Car Sport die Aerodynamik zu Erzielen von Bodenhaftung benutzt werden kann. Diese Auswirkungen werden nachweislich erst bei Geschwindigkeiten über 200 km/h erzielt, so schnell sind die RC Cars noch nicht. Außerdem würde jeglicher aerodynamische Effekt durch die offenen Unterböden der Fahrzeuge zunichte gemacht werden. Es ist theoretisch durchaus sinnvoll den Unterboden für eine bessere Luftführung zu verkleiden, dies beeinträchtigt aber insbesondere die Kühlung der Motoren und ist daher praktisch nicht mehr sinnvoll. Entscheidend ist die Luftführung über dem RC Car um wenig Strömungswiderstand zu verursachen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Karosserie möglichst flach ist und die Stirnseite klein ist. Strömungstechnisch ideal sind daher Sportwagenkarosserien, ein Tourenwagen hat es da im Fahrtwind schon schwerer. Spoiler und Flügel erzeugen im RC Car keine Bodenhaftung, aber sie stabilisieren das Fahrzeug insbesondere beim Anbremsen. Als Faustregel gilt daß die Karosserie eines RC Car an der Vorderachse möglichst tief (um weniger Luftturbulenzen unterm Auto zu haben) und an der Hinterachse leicht erhöht (um den Heckfügel optimal wirken zu lassen) angebracht sein sollte. Absolute Profis verkleiden die Felgen (Discs) um das RC Car noch strömungsgünstiger zu machen.  

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