Wie erreiche ich die Topleistung
Beim 2,5er musst Du nicht viel verändern, sondern das
Auspuffsystem auf eine Länge von ca 95-100 mm bringen,
gemessen vom äußeren Bogen des Krümmers bis zur dicksten
Stelle des Resorohres. Mit dieser Länge sollte dein Motor
optimal funktionieren.
Polierte Krümmer
Sinn des Polierens (speziell im Inneren des Krümmers) ist
es, den Gasfluss zu verbessern. Dies bedeutet, dass das vom
Motor ausströmende Abgas schneller und effizienter abströmen
kann, was eine Leistungssteigerung zur Folge hat. Diese
Leistungssteigerung in Zahlen auszudrücken ist sicherlich
schwierig, doch ist sie auf einem Prüfstand deutlich
messbar. Die Auspuffanlage ist letztendlich das Teil, mit
dem sich die Leistung eines 2-Taktmotors am deutlichsten und
einfachsten steigern lässt. Da die Produktion eines
polierten Krümmers deutlich aufwendiger ist, als die eines
lackierten, ist dementsprechend auch der Preis höher. Der
Durchmesser der Krümmer ist in beiden Fällen gleich.
Resorohr ausbeulen
Am besten du füllst dein Resorohr mit Wasser, stopfst alle
Öffnungen zu und legst es in das Gefrierfach eines
Kühlschranks. Wenn das Wasser gefriert dehnt es sich aus und
drückt Dellen raus. Aber schau öfter mal nach, dass es sich
nicht zu viel ausdehnt!
Verschleißgrenze Kurbelwelle und Pleuel
Aus Sicherheitsgründen würde ich daher bei einem 2,5er Motor
allerspätestens nach ca. 15 Litern hartem Renneinsatz
(absolute Obergrenze) und bei einem 3,5er maximal nach 10
Litern einen Wechsel in Betracht ziehen. Es ist gut möglich,
das man durchauslänger ohne Probleme fahren kann, doch das
Risiko eines kapitalen Motorschadens steigt auf diese Art
enorm.
Kompresion prüfen
Um die Kompression zu prüfen gibt es noch einen anderen,
sehr simplen Trick. Das Ergebnis ist jedoch recht
aussagekräftig. Nehme den Motor und halt ihn am Schwungrad
fest. Lege das Gehäuse seitlich, so dass der Motor durch
seine eigene Kompression in einer waagerechten Position
bleibt. Ist die nicht der Fall, es entweicht also im
Brennraum komprimierte Luft, so kippt der Motor nach kurzer
Zeit durch sein eigenes Gewicht seitlich nach unten weg.
Wenn der Motor jedoch die Luft hält und Du sogar noch ein
wenig rütteln kannst, ohne dass der Motor durchsackt ist die
Kompression in jedem Fall in Ordnung.
Laufgarnitur (Kolben und Laufbuchse) auswechseln
Als erstes solltest Du den hinteren Gehäusedeckel
demontieren. Beim Herausnehmen musst Du darauf achten, dass
sich der Kolben im oberen Totpunkt befindet, da sonst evtl.
ein Stück aus dem Kolben herausbrechen kann. Anschließend
nimmst Du den Kühlkopf ab und den Brennraum aus der
Laufbuchse heraus. Jetzt steckst Du durch den Auslasskanal
einen Kabelbinder in die Laufbuchse und drehst vorsichtig am
Schwungrad. Die Laufbuchse sollte nun vom Kolben mit Hilfe
des Kabelbinders aus dem Gehäuse gedrückt werden. Eigentlich
kann man auf diese Art die Büchse fast immer so weit
herausdrücken, dass man sie mit den Fingern aus dem Gehäuse
ziehen kann. Wenn Die Büchse draussen ist, kannst Du auch
den Kolben mitsamt Pleuel vom Zapfen der Kurbelwelle
abnehmen und ebenfalls aus dem Gehäuse nehmen. Jetzt musst
Du nur noch die Kupplung mitsamt Schwungrad demontieren,
dann sollte sich auch die Kurbelwelle nach hinten aus den
Lagern drücken lassen. Fertig, das war´s.
Laufgarnitur prüfen im ausgebautem Zustand
Eine Laufgarnitur ist am Ende wenn man den Kolben fast
komplett, bis ganz oben, leicht durch die Laufbuchse
schieben kann. Normalerweise, wenn die Laufgarnitur noch in
Ordnung ist, fängt der Kolben nach ca. 2/3 etwas an zu
klemmen.
Pleul und Kurbelwelle
Wenn man das Pleuel regelmäßig wechselt, den Motor pflegt
und man immer auf eine optimale Einstellung achtet, dann
wird der Verschleiß an der Kurbelwelle in Grenzen gehalten.
Bei 2,5er Motoren ist der Verschleiß an der Welle auch nicht
übermäßig groß.
Ob der Hubzapfen der Kurbewelle 100%ig rund ist, kann man
mit dem bloßen Auge kaum erkennen, da es sich um 1/100 mm
handelt, das muss mit einer Bügelmeßschraube oder einer
Digitalschiebelehre ausgemessen werden. Ist die Abnutzung
des Hubzapfens größer als 5/100 mm ist meiner Meinung nach
die Schmerzgrenze erreicht, denn so ist auch die Gefahr sehr
groß das ein Pleuelschaden auftritt.
Das Pleuelauge kann man mit einer Innenmeßschraube oder mit
einem Grenzlehrdorn messen bzw. prüfen. Das Spiel eines
neuen Motors ist ca. 2 - 3 /100mm.
Im oberen Pleuelauge sollte kaum Spiel sein, d.h. der
Kolbenbolzen muss saugend in das Pleuelauge gehen.
Eventuell sollte man bei einem Pleuelwechsel auch gleich die
Sicherungsringe des Kolbenbolzens erneuern. Die sind nämlich
verdammt klein und dünn und wenn man nicht höllisch
aufpasst, verbiegt man die ratzfatz. Einen einmal verbogenen
Ring wieder hinzubekommen ist nahezu unmöglich und wenn man
ihn doch einbaut, besteht die Gefahr, daß er sich im Betrieb
löst ==> Motorschaden!!!
Ausbau der Kurbelwelle
Normalerweise sollte die Kurbelwelle durch einen leichten
Druck rausgehen! Eine Kurbelwelle sollte außerdem leicht in
den Kugellagern reingehen bzw. fallen (wenn ich das Gehäuse
nach unten halte)! Wenn Du deine Kurbelwelle raus hast,
versuche diese dann so wie oben beschrieben, reinzubekommen!
Die Kurbelwelle soll nicht zu schwer in die Lager gleiten,
da dadurch zum einen der Verschleiß des Lagers und zum
andern die Leistung des Motors negativ beeinflusst werden
kann. Falls dies der Fall ist, kannst Du die Kurbelwelle im
ausgebauten Zustand an den Lagersitzen ein wenig mit ganz
feinem Schleifpapier und Chrompolitur anpassen. Zum Ausbauen
kannst Du ruhig vorsichtig mit einem Gummihammer leicht auf
die Welle schlagen und sie stückweise aus den Lagern
treiben. Notfalls ein kleines Stück Holz an der Welle
aufsetzen, damit die Hammerschläge die Welle nicht
beschädigen können. Eigentlich sollte sie aber relativ
leicht aus den Lagern rutschen. Das wäre optimal.
Glühkerzen Einmaleins
Mit den Glühkerzen verhält es sich wie folgt: Grundsätzlich
sagen die verschiedenen Ziffern auf den Glühkerzen etwas
über den "Wärmewert" einer Kerze aus, d.h. vereinfacht
ausgedrückt, wie warm der Wendel einer Kerze werden kann.
Bei einer kalten Kerze (große Zahl) ist die vom Wendel
selbst erzeugte Hitze (Glühen) also geringer, wie bei einer
heißen Kerze (kleine Zahl). So weit, so gut. Ich denke, bis
hierher kann noch jeder folgen und die meisten Leute
erklären es auch in dieser Art.
Was Du aber wahrscheinlich wissen möchtest, ist, was
passiert, wenn man verschiedene Kerzen verwendet. Dazu muss
man sagen, das die Glühkerzen, bei den Motoren, mit denen
wir es zu tun haben, einen ganz entscheidenden Einfluss auf
den Zündzeitpunkt haben. Das gleiche trifft auf die
Verdichtung zu. Du ahnst es wahrscheinlich schon, beides
hängt irgendwie eng miteinander zusammen. Wenn Du nun eine
kalte Kerze verwendest, beginnt der Zündzeitpunkt später und
Du könntest den Motor rein theoretisch höher verdichten.
(Kupferdichtungen unter dem Brennraum entfernen.) Bei einer
heißen Kerze ist es genau umgekehrt und Du kannst nicht so
hoch verdichten und auch der Motor muss in der Regel fetter
eingestellt werden, was sich im Wettbewerb natürlich auf den
Spritverbrauch auswirkt.
Turbo-Kerze GOLD versus Turbo-Kerze Normal
Der Unterschied zwischen einer "Gold-Kerze" und einer
"normalen" ist sehr viel geringer, als manch einer glauben
mag. Technisch unterscheiden sich diese beiden Kerzentypen
lediglich durch eine zusätzliche Beschichtung bei den
Goldkerzen. Ansonsten gibt es definitiv keine Unterschiede.
Prüfstandsversuche haben ergeben, das mit den Goldkerzen nur
minimale Verbesserungen im oberen Drehzahlbereich erzielt
werden konnten. Die Entscheidung, ob dies einen
Preisunterschied rechtfertigt, bleibt jedem selbst
überlassen. Persönlich konnte ich keine Vorteile durch die
Verwendung der goldenen Kerzenfeststellen, weshalb es meiner
Meinung nach auch keinen bevorzugten Einsatzbereich für
diesen Kerzentyp geben kann.
Temperaturmessung
Die "Überwachung" der Temperatur bei einem RC-Car Motor ist
sehr wichtig, denn falls diese zu hoch ist, kann der Motor
sehr schnell größeren Schaden nehmen. Man kann jedoch keine
pauschale Einstellung vornehmen, mit der der Motor eine
bestimmte Temperatur erreicht, sondern muss aufgrund von
äußeren Einflüssen wie Lufttemperatur, Art des Treibstoffs,
Kerzentyp usw. diese stets auf die Bedingungen anpassen. Mit
einem Messgerät gemessen, sollte die Temperatur 125°C nach
ca. 2 Minuten Fahrzeit nicht überschreiten und dann gleich
bleiben. Notfalls den Spucketest machen: Spucke auf den
Kühlkopf auftragen und wenn diese zischend verdampft ist der
Motor zu heiß (fetter stellen), bleibt sie eine Weile liegen
und verdampft sehr langsam, ist alles in Ordnung.
Meßstelle für Temperaturpistole
Wenn Du am Kühlkopf oder an der Kerze misst, ist das
Messergebnis unterschiedlich. Ich denke, das es
grundsätzlich egal ist, an welcher Stelle Du misst. Meines
Erachtens solltest Du dich für eine Methode entscheiden und
dann immer auf diese Art messen. Dann solltest Du versuchen,
ein Gefühl für die angezeigte Temperatur deines Gerätes zu
entwickeln, denn es zeigen sicherlich nicht alle Messgeräte
immer exakt die gleiche Temperatur an, dafür sind die
Unterschiede in den verschiedenen Geräten zu groß. Mit
Gefühl für die angezeigte Temperatur meine ich, das wenn Du
der Meinung bist, das dein Motor wirklich optimal läuft, Du
diese Temperatur als Referenzwert bestimmst, um den herum im
Bereich von ca. +/- 10° Celsius der optimale
Temperaturbereich deines Motors liegen sollte. Wie gesagt:
Der angezeigte Wert ist eigentlich relativ, da jedes Gerät
anders anzeigt und auch der Messpunkt eine Rolle spielt.
Sprit, Nitroanteil
Selbstverständlich kann man auch in einem 2,5er Motor einen
Sprit mit 25% Nitromethananteil verwenden, doch musst Du zu
diesem Zweck die Verdichtung reduzieren. Dies bedeutet, das
Du mehr Kupferscheiben unter den Brennraumeinsatz legen
musst und außerdem eine 7er Kerze verwenden solltest. Wie
viele Scheiben Du unterlegen musst, kann ich Dir nicht genau
sagen, denn ich habe noch keine Versuche in dieser Richtung
unternommen, doch ich denke, um ganz sicher zu gehen,
sollten es etwa zusätzlich zwei 1/10mmm Scheiben sein.
Grundsätzlich spricht eigentlich außer einer zu erwartenden
Leistungssteigerung nichts dafür, denn die 2,5er Motoren
sind auf eine Verwendung von Treibstoff mit 16% Nitro
abgestimmt und verfügen meines Erachtens auch über genügend
Leistung und sehr gute Laufeigenschaften. Unter Umständen
könnte jedoch die Verwendung von 25% Nitro thermische
Vorteile bringen und auch den Spritverbrauch reduzieren,
doch wie gesagt, ich würde davon abraten.
Mischungsverhältnis für Sprit (16%)
Also wenn Du deinen Sprit selber mischen möchtest, solltest
Du ca. 6% Rizinusöl, 3% Synthetiköl, 16-18% Nitromethan und
den Rest Methanol verwenden. Die verwendeten Zutaten sollten
von einer hohen Qualität, bzw. Reinheit sein, damit der
Verschleiß nicht zu hoch wird. Meines Erachtens ist es
jedoch nur für einen Wettbewerbspiloten wirklich ratsam, den
Sprit selbst zu mischen, denn der Aufwand ist zum einen
ziemlich hoch und auch die Gefahr, dass einem beim Mischen
ein Fehler unterläuft ist ebenfalls nicht unerheblich. Die
Folgen für den Motor können ziemlich schwerwiegend sein.
Andererseits ist der heutzutage angebotene Sprit, wie z.B.
der von uns vertriebene TORNADO Fuel so gut, dass es sich
eigentlich nicht lohnt, den Treibstoff selbst herzustellen.
TORNADO enthält außerdem spezielle Rostschutzadditive,
welche im selbstgemischten Sprit meistens nicht enthalten
sind. Der Preis dürfte ebenfalls nicht unbedingt ein
Argument sein.
Luftfilteröl
Das "normale" Luftfilteröl solltest Du verwenden, bevor Du
den Luftfilter das erste mal benutzt. Massiere mit den
Fingern eine ausreichende Menge davon in den
Schaumstoffilter, bis dieser vollständig mit dem Öl
durchtränkt ist. Überprüfe den Filter während es Gebrauchs
regelmäßig auf Verschmutumg und reinige ihn von Zeit z Zeit,
indem Du den Filter sorgfältig von jeglichen Öl und
Schmutzresten befreist (z.B. mit Hilfe von Bremesenreiniger
oder Methanol) und ihn dann mit Pressluft von innen nach
außen durchsprühst. Anschließend muss der Filter wieder
vollständig eingeölt werden.
After Run Öl
Das After Run Öl solltest Du eigentlich nur verwenden, wenn
Du den Motor eine ganze Weile nicht benutzen möchtest, oder
wenn Du z.B. bei nasser Fahrbahn gefahren bist und die
Gefahr besteht, das Feuchtigkeit in den Motor hat eindringen
können. Um das Öl am effektivsten in den Motor zu bekommen,
startest Du diesen und nimmst den Luftfilter vom Vergaser
ab. Ziehe den Vergaser dann ein wenig auf, damit der Motor
mit erhöhter Drehzahl läuft. Gebe jetz ein wenig von dem Öl
in den Ansaugstutzen des Vergasers und stelle den Motor
kurze Zeit später ab. Das öl sollte nun gleichmäßig im Motor
verteilt sein und die inneren Teile vor Korrosion schützen.
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